Vertikale Maus oder Trackball ?

Wer sich mit dem Thema ergonomische Maus befasst hat, stellt sich wohl früher oder später die Frage, ob eine vertikale Maus oder Trackball Maus das geeignetere Arbeitsgerät ist. Deshalb wird wohl vermutlich das meiste Gewicht darauf gelegt werden, welche der beiden Geräte den besseren Arbeitskomfort bietet und „ergonomischer ist“. Beide Bauarten haben gemein, dass das Handgelenk weniger strapaziert wird – bei der vertikalen Maus durch die Lagerung und bei der Trackballmaus dadurch, dass man die Hand oder den Arm gar nicht erst bewegen muss. Darum möchte ich einen kleinen Überblick darüber geben, was eine Trackballmaus sonst noch ausmacht, um dabei zu helfen, zu entschieden, ob die vertikale Maus oder Trackball Maus am Schluss das geeignetere Gerät für einen selbst darstellt.

Was ist ein Trackball?

Ein Trackball ist eine spezielle Kugel, deren Bewegung von in der Regel zwei Sensoren entlang zweier Achsen gemessen wird. Am ehesten findet man sie heutzutage noch als Eingabegerät bei öffentlichen Computern (z.B. in Bürgerbüros oder Ämtern) anstelle einer Maus. Gesteuert wird so ein Gerät indem man die Kugel mit den Fingern in die jeweilige Richtung rollt, was den Cursor auf dem Bildschirm entsprechend hin- und her fahren lässt.

Die Technologie ist bereits alt und reicht in die 1970er Jahre zurück, wo sie bereits u.a. von Atari bei Videospielen zum Einsatz kam. Auch bei der Computermaus kam diese Technologie sehr früh zum Einsatz.

Logitech M570 vertikale Maus

Die Logitech M570 – ein gängiges Beispiel für eine Maus mit der Kugel auf der Daumenseite

Trackball Computermäuse

Um eine Übersicht zu schaffen, teile ich die Mäuse einmal in drei grobe Kategorien ein, je nach dem, wo an der Maus sich die Kugel befindet: auf der Daumenseite, zwischen Mittel- und Zeigefinger oder gar zentriert.

Bei jenen Mäusen, die mit dem Daumen gesteuert werden, befindet sich der Trackball auf der linken Seite, wo sonst bei vertikalen Mäusen die Daumenmulde zu finden ist. Ich lasse hier leider bewusst die LinkshänderInnen aus, denn im Moment sind meines Wissens ausschließlich Modelle auf dem Markt, die man mit der rechten Hand steuert.

Da der Daumen generell ein flexibles Glied ist und für gewöhnlich sonst nicht wichtig für die Steuerung einer Maus ist, finde ich diese Variante die überlegene.

 

Logitech Marble Trackball

Die Marble von Logitech – hier befindet sich die Kugel dort, wo gewöhnlich Zeige- und Mittelfinger aufliegen würden

Eine andere Bauform von Trackball Maus ist die, bei der die Kugel am vorderen Ende mittig gelagert ist. Ich werde sie der Einfachheit halber ab jetzt die Ambidextröse (mit beiden Händen bedienbare) nennen. Daraus leitet sich schon ihr größter Vorteil ab: egal, welche Hand man lieber verwendet – durch die Symmetrie der Modelle spielt es keine Rolle ob es die linke oder rechte ist. Eine ergonomisch geschwungene Form entfällt dadurch zwar, doch Trackball Mäuse sind generell dafür beliebt, dass man sie ausschließlich mit den Fingern steuert, nicht mit dem Handgelenk. Das beugt Handgelenksschmerzen durch übermäßige Verwendung ebenfalls vor. Wer mit einem solchen Modell liebäugelt geht einen wenig begangenen, aber durchaus interessanten Weg. Zu beachten ist allerdings, dass man sich nicht nur auf die neue Cursorsteuerung, sondern auch erstmal an die andere Position der Klick-Tasten gewöhnen muss!

kensington_slimblade_trackball

Die Kensington Slimblade – ein Beispiel für eine Bauweise, die sich bereits sehr weit von der gewöhnlichen Maus entfernt hat

 

Schließlich gibt es auch noch weitere Modelle, die mit Trackballs arbeiten aber mit einer Maus im gewöhnlichen Sinne nicht mehr viel zu tun haben. Über jene Geräte, bei denen die Kugel zentriert und die Tasten darum herum liegen, kann ich an dieser Stelle gar nicht viel sagen, da ich ein solches in freier Wildbahn noch nicht gesehen habe. Sie ähneln aber den Eingangs erwähnten Steuerungen von öffentlichen Computern, die sich allerdings recht gut steuern lassen. Praktisch ist hier ebenfalls, dass sie mit beiden Händen gesteuert werden können. In Kundenrezensionen werden sie mitunter als hervorragend für diverse Computer-Arbeiten beschrieben; für Spiele hingegen seien sie nicht geeignet.

Was sind die Vorteile einer Trackball Maus?

In vielerlei Hinsicht sind Trackballmäuse nicht zu unterschätzen! Zwar wurden sie beinahe vollständig vom Markt verdrängt und die Zahl der Hersteller sowie der verfügbaren Produkte lassen sich auf einer (na gut, vielleicht zwei) Hand abzählen, doch in folgenden Punkten reicht man ihnen nicht so schnell das Wasser:

 

 

Welche Nachteile gibt es?

Natürlich hat das Trackballprinzip auch einige Nachteile:

Fazit: vertikale Maus oder Trackball?

Ob nun eine vertikale Maus oder Trackball Maus die geeignetere Alternative zur herkömmlichen Maus ist, hängt wohl in erster Linie davon ab, ob man sie für eine bestimmte (Haupt-)Tätigkeit verwenden will und wie gewillt man ist, sich an eine neue Steuerung zu gewöhnen. Benötigt man keine übermäßige Präzision oder ist geduldig darin, sich eine neue Fertigkeit anzueignen, spricht gar nichts gegen eine Trackballmaus und ich ermutige alle, die sich dafür interessieren, einen neuen Pfad einzuschlagen und etwas zu entdecken, das ihnen vielleicht am Ende ungeahnte Freude bringen kann.

 


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